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Von der Redaktion Speicherlösung | Lesezeit: 7 Minuten

Neben dem klassischen Batteriespeicher im Keller gibt es eine zunehmend populäre Alternative: den virtuellen Speicher, auch Strom-Cloud genannt. Dabei wird überschüssiger Solarstrom ins Netz eingespeist und auf einem Konto gutgeschrieben, um ihn später zurückzubeziehen. Klingt einfach – doch ist es auch wirtschaftlich? Wir vergleichen beide Modelle für Schweizer Eigenheimbesitzer.

So funktioniert ein physischer Batteriespeicher

Ein physischer Speicher ist eine Lithium-Batterie in Ihrem Keller oder Technikraum. Überschüssiger Solarstrom wird als elektrische Energie gespeichert und bei Bedarf – typischerweise abends und nachts – wieder abgegeben. Der gesamte Vorgang geschieht innerhalb Ihres Hauses, ohne Beteiligung des Stromnetzes.

Die Vorteile liegen in der Echtzeitverfügbarkeit, der Notstromfähigkeit und der vollständigen Kontrolle über Ihren Energiefluss. Systemverluste durch Laden und Entladen betragen bei modernen LFP-Speichern nur 5–8 %. In der Schweiz kosten Systeme wie der BYD HVS, Tesla Powerwall 3 oder Huawei LUNA 2000 zwischen CHF 8'000 und 15'000 für 10 kWh.

So funktioniert ein virtueller Speicher

Beim virtuellen Speicher – auch Cloud-Speicher oder Stromkonto genannt – gibt es keine Hardware bei Ihnen zu Hause. Stattdessen speisen Sie Ihren Solarüberschuss ganz normal ins Netz ein. Der Energieversorger schreibt die eingespeiste Menge auf einem virtuellen Konto gut. Wenn Sie später Strom aus dem Netz beziehen, wird zuerst Ihr Guthaben belastet – zu einem vergünstigten Tarif.

In der Schweiz bieten mehrere Energieversorger solche Modelle an: Die EKZ (Kanton Zürich) betreibt eine Strom-Cloud, die CKW (Zentralschweiz) und die BKW (Kanton Bern) haben ähnliche Angebote. Die Konditionen variieren erheblich:

Wirtschaftlicher Vergleich über 15 Jahre

Rechnen wir beide Modelle für einen typischen Schweizer 4-Personen-Haushalt mit 10-kWp-Anlage und 4'000 kWh jährlichem Solarüberschuss durch:

Physischer Speicher (10 kWh, z. B. BYD HVS 10.2):

Virtueller Speicher:

Der physische Speicher ist langfristig deutlich wirtschaftlicher – vorausgesetzt, die Investition kann finanziert werden und Förderungen genutzt werden.

Notstrom und Unabhängigkeit: Der klare Vorteil des physischen Speichers

Der grösste Nachteil des virtuellen Speichers: Er bietet keinerlei Notstromfunktion. Bei einem Netzausfall steht Ihnen kein Strom zur Verfügung – Ihr Guthaben auf dem Cloud-Konto nützt Ihnen nichts, wenn das Netz offline ist. Ein physischer Speicher mit Inselfunktion versorgt Ihren Haushalt hingegen auch bei einem Blackout.

Auch die tatsächliche Netzunabhängigkeit (Autarkiegrad) ist beim physischen Speicher höher: 50–70 % gegenüber 30–40 % beim virtuellen Modell. Denn beim Cloud-Speicher müssen Sie bei jeder Kilowattstunde den Umweg über das öffentliche Netz nehmen – inklusive Netzgebühren und Abgaben.

Für wen eignet sich welches Modell?

Physischer Speicher empfohlen für: Eigenheimbesitzer mit eigenem Keller/Technikraum, Haushalte mit hohem Abendverbrauch, Wunsch nach Notstrom, geplante Wärmepumpe oder Elektroauto.

Virtueller Speicher empfohlen für: Mieter in Mehrfamilienhäusern mit Gemeinschaftsanlage (ZEV), Besitzer von Ferienwohnungen mit saisonalem Verbrauch, Haushalte mit sehr tiefem Abendverbrauch, Überbrückungslösung bis zum späteren Kauf eines physischen Speichers.

Kombination beider Modelle: Ein zunehmend beliebter Ansatz in der Schweiz ist die Kombination: Ein kleinerer physischer Speicher (5 kWh) deckt den täglichen Abendverbrauch, während der verbleibende Überschuss in die Cloud fliesst. So profitieren Sie von Notstrom und Echtzeitverfügbarkeit, ohne einen überdimensionierten Speicher finanzieren zu müssen. Mehr zur richtigen Speichergrösse finden Sie in unserem separaten Artikel.

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